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Stand: 14.03.2004
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Eine Übersicht zu Die Alten Schachteln | weiter | zurück

das01.imgDie Alten Schachteln

  • Wie den meisten nun bekannt sein dürfte, hat die künstlerische Karriere von zwei der drei Alten Schachteln ihren unwiderruflichen Abschluss gefunden. Innerhalb weniger Wochen sind HELEN VITA und EVELYN KÜNNEKE von ihrem schweren Leiden erlöst worden, dem sie lange und tapfer nach dem Motto »Kopf hoch und weiter« getrotzt haben.Bei aller Trauer um die grossartigen Künstlerinnen soll es ein Trost und Vorbild für andere sein, dass beide bis zuletzt nicht ihrer Krankheit nachgegeben haben, sondern voll mit Plänen für kommende Auftritte waren...

    Nachfolgende Zeilen sind heute leider Geschichte, aber sicher ist, dass DIE ALTEN SCHACHTELN in den Herzen ihrer großen Fan-Gemeinde unvergessen bleiben.
  •  
  • Seit 1996 touren sie im deutschsprachigen In- und Ausland, sind längst ein geradezu nationaler Begriff geworden, gehören zu den erfolgreichsten deutschen Tourneeproduktionen der letzten Jahre: Brigitte Mira, Evelyn Künneke und Helen Vita als die »drei alten Schachteln«.
  • Obwohl alle als Solokünstler aktiv und bekannt waren, entwickelten sie die Idee von gemeinsamen Auftritten - ursprünglich standen dabei Vorstellungen eines Diseusen-Quartetts unter dem Arbeitstitel »Grand mit vier Damen« im Raum. Das gplante Quartett wandelte sich zum Damentrio mit versierter musikalischer Begleitung durch die Flügelmänner Harry Ermer und Frank Golischewski.
  • Eine erste Version des Projektes war in der Berliner »Bar Jeder Vernunft« zu erleben - in kürzester Zeit wurden diese Auftritte zur Legende mit Kultstatus.

 

 

  • Evelyn Künneke
    • Die »Callas der Subkultur«, 1921 in Berlin geboren, fing eigentlich klassisch an: Als Tochter Eduard Künnekes, des Berliner Operetten-Königs, in Berlin und in den USA aufgewachsen, bekam sie Klavier- und Gesangsunterricht, eine Schauspielausbildung und machte ihr erstes Deutsches und Englisches Staatsexamen. Ihre große Karriere aber begann 1942 mit dem Plattenerfolg von »Sing, Nachtigall, sing«, in den 50er Jahren folgten sieben goldene Schallplatten mit auch heute noch berühmten Hits. Nebenbei machte sie auch als Jazzerin von sich reden und tourte mit namhaften Big Bands durch die Welt.
    • 1975 bescherte ihr ein Auftritt in Onkel Pö's Carnegie Hall ein fulminantes Comeback, sie brachte LPs und CDs auf den Markt, hatte eigene TV-Shows im WDR, SFB und NDR, zahlreiche TV-Auftritte in ARD, ZDF und im Ausland. Als redegewandte, immer interessante Gesprächspartnerin ist sie in vielen Talk-Shows geschätzt, und dazu meint sie selbstironisch: »Ich bin die Talkshow-Queen«.

  • Brigitte Mira
    • Die 1910 in Hamburg geborene Künstlerin gehört in Film und Fernsehen zu den beliebtesten großen Volksschauspielerinnen, doch ihre Karriere begann eigentlich auf der Operettenbühne. Bereits mit 16 debütierte Brigitte Mira als Sängerin Nach dem Krieg wurde sie von Walter Felsenstein an die Komische Oper in Berlin (Ost) verpflichtet, gehörte über längere Zeit den beiden berühmtesten Berliner Kabarett-Ensembles an: Willi Schaeffers »Kabarett der Komiker« (KaDeKo) und den »Insulanern« und gab diverse Bühnengastspiele.
    • Ihre zweite, große Karriere begann mit Rainer Werner Faßbinder. Der holte sie aus der Zadek-Revue »Kleiner Mann, was nun?« und besetzte sie in dem heute legendären Streifen »Angst essen Seele auf«. Mit diesem vielfach ausgezeichneten, auf der ganzen Welt gefeierten Film ging es für die Mira steil bergauf. Weitere Rollen in »Acht Stunden sind kein Tag« oder »Drei Damen vom Grill« begründeten ihren neuen Ruhm als Frau mit Herz und Berliner Schnauze.
    • In den letzten Jahren ist die mit dem Bundesfilmpreis und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Brigitte Mira immer wieder im Film und Theater zu erleben und tritt dazwischen gelegentlich als Diseuse solistisch auf.

  • Helen Vita
    • 1928 in Hohenschwangau geboren, wuchs Helen Vita nach der Emigration aus Nazi-Deutschland ab 1939 in Genf auf, erhielt dort Schauspiel- und Gesangsunterricht. Ihr Bühnen-Debüt gab bereits mit 16 Jahren in Genf und anschließend in Paris. Nach Engagements am Zürcher Schauspielhaus ging die vielseitig begabte Künstlerin an Kabarettbühnen in Zürich und München, wo sie u.a. auch auf Friedrich Hollaender und Erich Kästner traf, der für sie schrieb. Als Diseuse trat sie in Kabaretts, in den prüden 60er Jahren auch mit ihren »frechen französischen Chansons« auf, die verboten wurden und gleichzeitig zweimal den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielten.
    • In über 60 Filmen und zahlreichen Fernsehserien zu erleben, gehören zu ihren zahlreichen Bühnen-Auszeichnungen, u.a. der »Salzburger Stier« und der »Deutsche Kleinkunstpreis«. Neben ihren Auftritten mit den Alten Schachteln sie regelmäßig mit Soloprogrammen auf Tournee. Helen Vita lebt heute hauptsächlich in Berlin.

  • Die Flügelmänner
    • Die Flügelmänner der Damen sind Frank Golischewski, 1960 geboren im Ruhrgebiet, als Pianist, Journalist, Schauspieler, Kabarettist, Konzeptionist, Manager tätig und solo mit eigenen Programmen unterwegs, sowie Harry Ermer, geboren 1963 in Landau/Pfalz. Mitglied der Orchester Berliner Wintergarten und Theater des Westens, Lehrbeauftragter für Musical an der Hochschule der Künste in Berlin.


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