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Eine
Übersicht zu
BALLHAUS
nuevo
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BALLHAUS nuevo / Adrian Ils
Moderne
Großstadtchansons - gibt's so was in Deutschland im
Jahr 2004?
Aber ja, und die Gruppe BALLHAUS nuevo ist eine ihrer
hervorragendsten Vertreter. Wer ihre bisher erschienenen CDs
»Die neuen Fernen«, »Lügen ist
menschlich« und ihre neueste CD »Schade,
schade« kennt oder sie einmal live erlebt hat, wird
sich wundern, dass diese Band nicht schon mehr Aufsehen
erregt hat.
Ungeheuer vielseitig im musikalischen Ausdruck beeindruckt
BALLHAUS nuevo vor allem auch durch die hohe
Qualität seiner Texte. Skurril, witzig, zärtlich
und oft auch ziemlich böse reflektieren diese
musikalischen Gedichte das Dilemma sensibler Zeitgenossen,
die sich - angesichts des als Normalität verkleideten,
allgemein grassierenden Wahnsinns - nicht entscheiden
können, ob sie lachen oder weinen sollen.
Trotzdem kommt das Ganze erstaunlich leichtfüßig
daher, wird locker der Bogen von knarziger Kauzigkeit, die
an Tom Waits erinnert, über gutgelaunte
»imaginäre Folklore« bis zu
unüberhörbaren Anklängen an Kurt Weill
gespannt.
Ihre musikalische wie literarische Raffinesse hat dabei
durchaus Pop-Appeal. Die Tatsache, dass sich die Leute von
BALLHAUS einen Dreck um Mode scheren macht sie zwar
zu Außenseitern des Musikbetriebes - andererseits ist
es aber gerade das, was die Gruppe so spannend und im besten
Sinne modern macht. Moderne deutsche Großstadtchansons
also von BALLHAUS nuevo: anhören, staunen,
weitersagen.
Hervorgegangen
sind sie aus der ebenfalls in Köln beheimatet gewesenen
Gruppe
BALLHAUS,
die sich im In- und Ausland einen guten Namen als
experimentierfreudige Außenseiter gemacht hatte. Die
auf hohem Niveau stehende, sehr eigenständige Musik mit
originellen, poetischen Texten wurde auf vielen Auftritten,
unter anderem auf renommierten Musikfestivals in
Deutschland, Frankreich, in Polen und Belgien, sowie bei
zahlreichen Rundfunkmitschnitten präsentiert.
Ballhaus
nuevo
spinnt diesen musikalischen Faden in neuer Besetzung fort
und geht doch gleichzeitig neue Wege: immer noch sonderbar,
kauzig und voller Überraschungen, ist das Repertoire im
Vergleich zum Vorgänger ruhiger geworden. Leiser, aber
umso intensiver schlägt die Gruppe also das
nächste Kapitel auf.
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