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Stimmen zu Christian Wolz | weiter | zurück
 

cwbild13Unglaublich , was dieser Mann alles in der Kehle hat: weinende Kinder, singende Sägen, mittelalterliche Mönche, keuchende Verfolgte, arabische Klagemänner. Natürlich hilft die moderne Tontechnik etwas nach - doch wer Christian Wolz bei seinen Klangper-formances zuhört, könnte meinen, in diesem Hals müßten mindestens vier Stimmbänder stecken.
Christian Wolz stöhnt und keucht, schreit und winselt hechelt, gurrt, klagt und brummt. Dazu gesellen sich selbstgemixte Klänge, die mal an Ambient, mal an arabische Gesänge oder auch an Gregorianik erinnern. (Der Tagesspiegel)

Jeden Hohlraum seines Körpers macht der Sänger Christian Wolz zum musikalischen Resonanzkasten. Einmal rhythmisiert, kann der Atem vom lieblichsten Hauch zum letzten herausgeschrienen Lebenszeichen werden. Der 30jährige hat sich ein riesiges Spektrum an musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten geschaffen. Vielfach wurden seine selbstverausgabenden schweren, immer an den Untergang erinnernden Gesangsexperimente mit Diamanda Galas schwerer Orgiastik verglichen. Der Vergleich erstickt aber Wolz` Suche nach Authentizität.
Wolz schlägt neue Wege ein, öffnet die Bandbreite sinnlicher Wahrnehmung hin zum Lebendigeren. Durch elektronische Bearbeitung seiner Stimme entsteht dabei eine Klangdichte, die auf eine dramatische - und dadurch auch überzeichnete - Weise an Oper erinnert. (Die Tageszeitung)

Da schreit einer mit vibrierenden Stimmbändern gegen das Leid der Welt, singt Tenor, Bass und Countertenor und erreicht schwindelnde Höhen und ekstatische Tiefen.
Wolz ist die Ausnahme im tiefen Tal männlicher Sänger in einer Vokallandschaft, in der sonst beinahe ausschließlich Frauen leben und arbeiten. Nirgendwo passt er wirklich dazu, die Dark-Wave und Gothic-Szene hat er weit hinter sich gelassen, in die Avantgarde schlägt er mit seinen extremen Gefühlsausbrüchen wie ein Blitz ein und hinterlässt ratlose Gesichter. (Jazzthetik)

Wolz schafft höchst wirkungsvolle Bezüge zwischen den Fotos und seiner Person, er provoziert Voyeurismus und sexuellen Reiz, zeigt sich andrerseits offen und verletzlich. Im Vordergrund aber seine Stimmarbeit. Die Palette reicht von animalisch verzerrtem Grunzen über beschwörend melismatischen Gesang bis zum Verzweiflungsschrei.
Elektronik und Bandeinspielungen dienen der Verfremdung und der Vervielfachung der Stimme ins Orchestrale, das höchst subjektive Herausschreien seiner Empfindungen macht einen Teil seiner Qualität aus. Dazu tritt seine sinnliche Kraft, deren Authentizität über manche Länge trägt. (Frankfurter Allgemeine)

Wer ihn jemals auf der Bühne erlebt hat, wird entweder tief beeindruckt oder völlig verständnislos den Saal wieder verlassen haben. Was der Berliner Vokalartist mit seiner Stimme zustande bringt, sprengt die üblichen Hörgewohnheiten. (artefakt)  


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