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Faltsch
Wagoni
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Die
Internet-Seiten von Faltsch Wagoni unbedingt anschauen:- ein
virtueller Genuss
www.faltsch-wagoni.de
Zu
FALTSCH WAGONI
gibt
es viele Meinungen
hier
der Bayerische
Rundfunk
Programm
Bayern 2 Wort
Samstagsbrettl
mit Sigrid Menzinger
»Ich
glaube nur, was ich sehe«, sagt der Realist von
heute, drückt auf den Fernsehknopf oder den
Auslöser seiner Kamera, und - klick - schon sieht er,
was er glaubt. Unter dieses valentineske Motto stellte das
Münchner Duo Faltsch Wagoni sein neues Programm
»Soweit die Sinne trügen«, das
vorgestern im Münchner Theater Links der Isar seine
Uraufführung erlebte.
Vorzustellen braucht man Silvana Prosperi und Thomas Busse
wohl kaum mehr; sie haben sich seit 1982 einen
hervorragenden Namen gemacht mit ihren überaus
phantasievollen musikalisch-kabarettistisch-dadaistischen
Programmen, und dafür haben sie auch in diesem Jahr den
Salzburger Stier bekommen. Musik-Bild-Show nennen
Prosperi/Busse ihr jüngstes Spektakel.

Um einen Dia-Abend also handelt es sich diesmal, und der
verläuft natürlich nicht so wie wir das - oh
Graus! - gewohnt sind. Da sehen wir erstmal überhaupt
keine Bilder, und wenn Musik ertönt, dann nur in der
verzückten Beschreibung des weiblichen Parts des
Urlauber-Duos, das uns gewandet in saharamäßigem
Weiß allenfalls in die Heide rund um Berlin
entführt. Irgendwann kommen die Bilder dann
tatsächlich, aber eben erst als das niemand mehr
erwartet.
Bis dahin passiert allerlei Absurdes: ein Akustik-Test, in
dem die Zuschauer den Dämmstoff abgeben, ein Lied
über das Dünnsein, dessen es wenig bedarf - wie
wahr! -, eine Abhandlung über ein Archiv der Töne,
eine ebensolche Abhandlung über das Gute, das im
Zebrastreifen verborgen ist oder eine über das Wetter,
das meist von Westen kommt - von hinnen, von dannen. Oft
auch piepst es; es ist das Fax, oder die beiden streiten
sich, ob es denn ein herrlicher Urlaub war - war es
nicht!
Schließlich das erste Bild: es ist ein tropfender
Wasserhahn, der wiederum zu den aberwitzigsten Assoziationen
führt: da sind die pantomimischen Sümpfe nicht
weit, und Karl Valentin blinzelt sich eins.
Nicht jedem mag sich das aufs erste Hören
erschließen; da ist viel Dada, viel Sprachspielerei,
viel Kopf und diesmal leider wenig von der handgemachten
Musik, die Faltsch Wagoni so grandios einsetzen. Dafür
umso mehr Bild, das sich noch erst im Kopf so richtig
zusammensetzt. Es ist ein schöner, absurder Abend,
für den die beiden sich keinesfalls entschuldigen
müssen.
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