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Kritiken zur Musicalpremiere in Berlin »Adam Schaf«...
Berliner Ensemble, im Dezember 2002

Auszüge aus den Kritiken:

  • Rauschender Applaus, stürmischer Jubel im Berliner Ensemble für den jungen Chansonnier Tim Fischer (29) und den alten Kabarettisten und Komponisten Georg Kreisler (80) für dessen Ein-Mann-Musical »Adam Schaf hat Angst« ... (Adam Schaf) ist Jurist und Anarchist, Politiker und Karrierist, Aufpasser. Anpasser, Überholer auf Kriech- und Schleimspur, Räsonneur und Kolporteur. Er ist bald Opernsänger, bald Schauspieler, bald Gelsenkirchner, bald Wiener, mal "sie", mal "er". Texte und Melodien funken und funkeln, sind voll Hohn und Häme. Wiener Windbeutel mit Senf gefüllt. Mit durchaus aktueller Schärfe. Ein toller Abend. Das derzeit größte Brötchen in den Regalen der Bäckerei Peymann und wahrscheinlich schnellstens ausverkauft! / Märkische Oderzeitung
  • Georg Kreisler: Ein genial-tückischer Elegantler des kritisch infizierten Lachens. Allerliebste Verbindung von Mordlust und Liebeskunst. Eine Wiener Schweinerei allerherzigster Art. Oder sagen wir es ganz simpel: Georg Kreisler ist legitimer Teil des Weltkulturerbes .... Man wird an den Abend .... noch gerührt zurückdenken, wenn es Kreisler einst nicht mehr geben wird. / Weser-Kurier/Bremer Nachrichten
  • Da muss das Wort "kongenial" her. (Tim Fischer) spielt.... den angejahrten Staatsschauspieler Adam Schaf, der sich vor der Vorstellung auf 40 bewegte Bühnenjahre rückbesinnt. In dessen zumeist gesungene Suada fließt alles ein, was Kreislers Werk von jeher prägt; alte Nazis, Politikerfurze, Fremdheit des Künstlers in einer abgefeimten Welt.... Hommage an den großen Kreisler und seinen nicht mal 30jährigen androgynen Interpreten Tim Fischer - der in manchen Momenten wirkt wie Freddy Mercury und damit einen raren Bogen ins Heute schaffte. / Inforadio
  • Traumwandlerisch bringt Tim Fischer mit nuancenreicher Stimme die Melodien zum Schmelzen, begeistert mit sicherem Gespür für das Hintergründige der bisslg-aktuellen Texte. Kurze Monologe, aufgelockert mit pantomimischen und amüsant-ironischen Tanzeinlagen, erhellen die Lebensgeschichte Adam Schafs. Jubel, viele Blumen und anhaltender Beifall. / Berliner Kurier
  • Wer Kreisler interpretiert, kann getrost der Kraft der Worte vertrauen. Seinen Reimen Ist eigentlich nichts hinzuzufügen. / BZ, Berlin
  • Leben also nichts weiter als "widerwillig mitmachen", Kunst nichts weiter als "grausamer Zeitvertreib" - und hier das unvermeidliche Fünkchen Hoffnung, gepaart mit unsterblicher Lust auf Anarchie - "bis zum Sieg der gerechten Sache durch andere Mittel". Klassisch Kreisler also: "Wir warten darauf, dass unsere letzten Lieder eines Tages die ersten sind". Mal mehr seufzend hoffend, mal mehr wutschnaubend anarchisch, immer aber umwerfend pointenstark. / Die Weit
  • Der Premierenjubel wollte nicht enden. Tim Fischer hat ihn ebenso verdient wie Georg Kreisler für sein Lebenswerk, das rückblickend überraschend weitsichtig wirkt. / Freie Presse Online
  • Der Abend lebt von den großen Liedern Kreislers. erstaunlich haltbare Balladen, wie die zur Kulturstadt Gelsenkirchen, "Wie schön wäre Wien ohne Wiener?, oder, die Papst- und Geldadel-Sottise "Sie sind so mies', bis das Lied Nummer 20 den zweistündigen Abend abschließt: "Es hat keinen Sinn mehr, Lieder zu machen, statt die Verantwortlichen niederzumachen." / Ruhr-Nachrichton
  • Das hätte Brecht gefallen. / Stuttgarter Nachrichten

Abschließend eine Anmerkung des Autors zu kursierenden Gerüchten...

Georg Kreisler legt Wert auf zwei Feststellungen:

  • Erstens: Das Stück ist in keiner Weise autobiographisch, wie mehrere Kritiker fälschlich behaupteten. Kreisler ist nicht Schaf.
  • Zweitens: Der Untertitel "Das Lied vom Ende" wurde vom Berliner Ensemble dazu erfunden und gehört nicht zum Stück.


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