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-->Bühnenstimmen & Ein Interview:
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toy-eisold1 Bühnenstimmen:
Der »Teutone« sitzt gern Im deutschen Kleingarten hinterm deutschen Jägerzaun und genießt seine Ruhe. Soweit das Klischee. Aber Achtung: ein Trio Infernale trat an, ebendieses Idyll zu demontieren. Die »Toytones« machen die wohl schrägste und witzigste (Jazz-?)Musik, die je einen deutschen Kleingarten zum Erzittern gebracht hat. Buntjer erzeugte auf der Posaune Töne, die man dem Instrument nie hätte zutrauen wollen, und Klares Saxofon stand dein Bügelhom in nichts nach. Peter Eisold hielt am Schlagzeug jeden Rhythmus gegen die Widrigkeiten des Blechgebläses, bewies bei den Stolperrhythmen Coolness und Überblick. Kein Zweifel - dieses Konzert kam an. (WAZ)

Was die Toytones darboten, war erfrischend anders, fernab jeglicher Jazzklischees. Freude an der Improvisation und spielerischen Verfremdung, variationsreich, überraschend, lauernd, versteckend, suchend, zielend, frech-witzig. Hier gewann das Konzert seine Kabarettkonturen, neben dem Wort vor allem im Kontakt und Dialog der Instrumente untereinander. Bei allem Spott, bei aller spöttischen Verschrobenheit und geistreichen Ironisierung des Spießbürgertums ging es dennoch anspruchsvoll musikalisch zu. Das konnte vor allem die Kenner der Szene nicht überraschen, haben die »Toytones« doch eindeutig ihre musikalische Ausnahmeposition. (Westfälische Nachrichten)
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Ein Interview der Toytones mit den Toytones über die Toytones...

Frage: Welcher Stilistik kann man die Musik der Toytones zuordnen?
Klare: Die Musik der Toytones ist eine krude Mischung aus Blasmusik, entarteten Schlagern, Geräusch-Dramen und heißem Jazz.
Eisold: und einigen Ausgrabungen aus dem Mittelalter.
K.: In den 60iger Jahren wären wir Avantgarde gewesen.

F.: Seid Ihr darauf aus, das herkömmliche Jazz-Publikum zu verschrecken, wie es bei der Swing Beats-Gala in Bochum geschah?
K.: Das herkömmliche Jazzpublikum, dass es ja eigentlich schon nicht mehr gibt oder das gerade ausstirbt (siehe einschlägige soziologische Publikationen wie »Das Jazzkonzertpublikum« von Fritz Schmücker) ist die ideale Zielscheibe für unser geschmacklich sicherlich fragwürdiges Bühnenkonzept.

F.: Was hat es mit Eurem wunderhübschen Bühnenbild auf sich, was bei keinem Eurer Konzerte fehlen darf?
K.: Der Zaun, der Rasen, die Blumen sind unsere Muse, unsere Insel der Glückseligkeit, unsere Bastion inmitten all der real existierenden, glänzend ausgedachten Shows, die ansonsten die Klein- und Großkunstbühnen dieses Globalen Dorfes überschwemmen.

F.: Eure CD Sauermarsch hinterlässt bei mir einen leicht morbiden Gesamteindruck, liege ich da völlig falsch?
K.: Nein, der Tod ist unser Lehrmeister.

F.: Stichwort RETRODADA!
K.: Kein Kommentar, eher Karnevalsmusik des 22. Jahrhunderts.
E.: Ähmm, tschuldigung, was ist RETRODADA?

F.: Stichwort UNTERHALTUNG!
K.: Im besten Sinne.

F.: Lässt sich Euer Bühnenbild etwa als frisch geschmückte Grabstätte interpretieren?
E.: Mit der Grabstätte is' gar nicht so falsch. Sofern man unsere Musik auf den »Jazz« bezieht ist es eine doppelte Grablegung: einerseits des publikumsfeindlichen, solipsistischen, Jazz-pour-Jazz des Virtuosentums, andererseits des bourgeois-esoterischen Tranquilizer-Jazz, der so gerne als Unterlage gepflegter Feuilleton-Sendungen im Radio genutzt wird. Wir haben eine eigene Art der Publikumsfeindlichkeit entwickelt.
K.: Wenn wir unseren Kunstrasen weiterhin so verkommen lassen, nicht staubsaugen, nicht reinigen, dann wird er eines Tages leben.

F.: Nehmt Ihr Euch oder uns eigentlich ernst?
E.: Ja, natürlich, todernst, so was von Ernst, das können sich Außenstehende gar nicht vorstellen, wir machen E-Musik, das können sich Außenstehende gar nicht vorstellen, was das Probleme mit der GEMA gibt.!!!!

F.: Findet Ihr Euch selbst witzig?
E.: Nun, ja, manchmal - aber eigentlich eher in dem Sinne der Cynismus-Theorie in Sloterdijks »Kritik der zynischen Vernunft«.

F.: Wollt Ihr ernst genommen werden?
E.: Ja, natürlich, ausserdem verlangen wir die angemessene Würdigung für unsere Einführung der Semantik in den Deutschen Jazz! Auf der anderen Seite habe ich manchmal den Verdacht, dass es eigentlich POP ist, was wir machen, das ist schon vertrackt.

F.: Was unterscheidet Euch von a) Helge Schneider, b) Ars Vitalis.
E.: Von a ) : wir machen die bessere Musik , von b) : wir sind LAUTER! Noch Fragen?

F.: Jan, .welches Mundstück benutzt du?
K.: Danke für die Frage - diese Lippen wurden mir von Gott geschenkt, der es ja auch sonst sehr gut mit mir meinte, wie sich unschwer erkennen lässt.

F.: Was ist dein Lieblingsfilm?
K.: Oft sehe ich mir »Sweet Little Pervert« an, ein Softporno, den mir meine Freundin in Amsterdam gekauft hat, außerdem finde ich »Themroc« mit Michel Picoli (schreibt der sich so?) klasse.

F.: Wo kann man diese hässlichen Pullover kaufen?
K.: Die Pullover kann man nicht kaufen, die muss man sich bei Mutti verdienen, indem man ganz lieb zu Hause ist.

F.: Peter, ist Dir bekannt, dass es so etwas wie Tonsatz gibt?
E.: Ja natürlich, das ist das LEICHT ekelerregende Sekret, das nach ausgiebigem Gebrauch der Posaune durch ein Ventil am unteren Posaunenbogen auf den Bühnenboden tropft.

F.: Wieso heißt Dein Stück »Die Tönung« »Die Tönung«?
E.: MMHH. Das war so: Als ich im Drogeriemarkt unentschlossen eine Flasche Haartönung für den Herren mittleren Alters in der Hand wog, vergrimmt, düsteren Gedenkens der Ausmerzung erster, vermaledeiter Grauhaare, die einem ja als aufrechter Ex-Kommunist mittleren Alters zwangsläufig ins Kraut gehext werden, entschloss ich mich schließlich, die Sache musikalisch anzugehen, brachte meiner Frau eine Packung Henna mit, und setzte mich betrübt ans Klavier.

F.: Was unterscheidet Deiner Meinung nach die Toytones von dem Miles Davis Quintett von 1959?
E.: Wir arbeiten mit den besseren Computern.

F.: Gibt es Einflüsse von Esoterik auf »Sauermarsch«?
E.: Nein, und Geometrie schon gar nicht!

F.: Wir danken für das Gespräch.
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