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fw_03c-s01 Die Kunst, den Verstand auszuhebeln
Silvana Prosperi und Thomas Busse alias Faltsch Wagoni überzeugten im Zweischlingen.
Ihr Humor kommt kapriziös dahergeschlingert, voller Wort- und Sinnverdrehungen, von denen die Zuschauer nicht genug bekommen konnten. Wer »Faltsch Wagoni« aufsitzt, befindet sich sicherlich nicht im falschen Zug. Und auch nicht in schlechtester Gesellschaft. Denn der Humor der Münchner Kabarettisten Silvana Prosperi und Thomas Busse trifft nur dann nicht direkt ins Herz des Zuhörers, wenn zwischen dessen offenen Ohren eine taube Nuß sitzt.

Diejenigen, die diesen vom Aussterben bedrohten Vertretern einer humoristischen »Ars Subtilior« erstmals begegneten, werden vielleicht ein wenig überrascht gewesen sein (und ist das allein nicht schon ein Qualitätsmerkmal?) über die kühle intellektuelle wortfindungs- und wendungsreiche Brillanz, mit der Prosperi und Busse in nahezu zwei Stunden nur ein Ziel verfolgen: den Verstand kunstvoll auszuhebeln. Dabei ist es eigentlich egal, um was es in ihren Auftritten eigentlich geht. Wer an diesem Abend nicht zu den Unglücklichen gehörte, die - der Chronistenpflicht folgend - sich manchen Sketch notierten, wird kaum eine Erinnerung an das Programm »Liegewiese - Sitzen verboten« nach Hause, geschweige denn in die anschließende Disco hinübergerettet haben.

Der Humor von »Faltsch Wagoni« ist zumeist schillernd und ungreifbar, wie absichts- und ziellos. Und wenn er so ist, dann ist er am besten. Wer sich erst auf diesen kapriziös daherschlingelnden Humor einlässt, der kann nicht genug bekommen von der Wort- und Sinnverdrehungen, und reagiert zu recht schon leicht verschnupft, wenn eine Nummer Anfang und Ende - also Sinn im weitesten Sinne - erkennbar werden lässt. Doch in der Regel bekamen die beiden Komiker auch noch die kalauerisch-glatteste Kurve. Falls sie doch noch aus der Bahn geworfen zu werden drohten, half ihnen die Musik. Die war so spartanisch in ihren Mitteln, so skurril in ihrer Wirkung, daß der Hörer spätestens hier alle Vernunft fahren ließ, um sich ganz von den merkwürdigen Klängen aus Drum-Computer und Synthie-Saxophon verzaubern zu lassen. Klänge im Sperrbezirk geschmacksicheren Tonfalls, ein akustisches Eldorado zwischen Punk und Wave und Chanson und Pop: kabarythmusikomisch halt.

So etwa Silvana Prosperi im Song um eine besorgte Mutter, die befürchtet, ihren pubertierenden Sohn im und ans Internet zu verlieren, und die den elterlichen Ermahnungen ein ostinates »http / www« wispernd beisteuert, die dem Song einen irreal treibenden Rhythmus verleiht. Es ist allerdings bezeichnend für »Faltsch Wagoni«, daß sich ihre Sketche und Musiknummern nicht ohne beträchtlichen Substanz - wenn nicht Identitätsverlust - nacherzählen lassen. Worauf denn auch an dieser Stelle verzichtet werden soll. Denn bei Faltsch Wagoni ist es nicht wichtig, was sie machen, sondern daß sie es machen. Und daß sie es machen. Noch Fragen? // (Neue Westfälische)
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  Bürokraten hergehört!
"Liebe macht blond" ist Faltsch Wagonis Aufruf zur Lebensfreude


Zugegeben, für jeden ist es nichts, was Thomas Busse und Silvana Prosperi alias Faltsch Wagoni" machen - schon allein, weil einem so recht kein Name, also keine Schublade dafür einfallen möchte: Kein politisches Kabarett, aber doch ein gerüttelt Maß an Gesellschaftskritik, kein Typenkabarett, obwohl doch herrliche Typen herumspringen, schon gar keine Comedy, obwohl auch Kalauer und manche Posse Platz findet (was ein Kritiker unlängst als "Klamauk" gründlich missverstanden hat), zu literarisch für Musikkabarett und zu musikalisch für reines Theater.

Man muss die beiden also einfach an nehmen, wie sie sind: Der soge- nannten Kleinkunst zugewandte Überlebende der alternativen Kulturszene (ihre Vagantenphase ist noch im Namen verewigt), die ihr Publikum auf ziemlich einzigartige und kuriose Weise unterhalten. Und es soll Leute geben, die fast süchtig geworden sind nach dieser Mischung aus New Wave (aus einer solchen Band ist du Duo nämlich vor 15 Jahren hervorgegangen), Schauspielerei und fast sprachphilosophischem Kabarett.

Für diejenigen gibt es nun Nachschub von ihrer Lieblingsdroge. Und was für welchen: Faltsch Wagonis neues Programm "Liebe macht blond" sind eigentlich zwei. Zunächst überraschen Busse und Prosperi mit einer durchgehenden Handlung. Erstmals also eine Art Theaterstück:
Ein scheinbar wegen Diebstahl, Herumtreiberei und anderer liederlicher Dinge entmündigtes Weibsbild trifft seinen Vormund, ein auf seine Funktion reduzierter Beamter, der von sich nur als , man" spricht und sogar die Zeit in Sekundenzeigern herunterzählt, wenn er die Uhr abliest.
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    Die pure Lebenslust seines Verwaltungsobjektes konfrontiert ihn mit den verschütteten Jugendträumen vom Indianerleben und den Beatles. So dreht sich du Verhältnis der beiden um: Der Bürokrat fängt an zu leben und bricht aus. Die geheimnisvolle Kraft der Liebe und der Jugend, die zweischneidige Zivilisierung des Menschen, die Suche nach Identität - all das passiert im zweiten Teil noch einmal in Liedform Revue, von kargen Gangsterrap- und morbid Sphärischem (,Papua Neuguinea") bis zum hinreißend schrägen Beatles-Remix" „Tomorrow”.

Wie soll man diesen zweieinhalbstündigen Marathon also beschreiben: Er ist witzig, poetisch, sprachspielerisch, ein kreativer Aufruf zu mehr Lebensfreude, schlicht: das Beste, was die beiden bislang auf die Beine gestellt haben. Die CD zum Programm löst die undankbare Aufgabe, das alles einzufangen, akzeptabel: Zu hören sind die Lieder, das Stück gibt es im üppig ausgestatteten Booklet zum Nachlesen. Natürlich hat auch diese CD dieselbe Schwäche wie ihre Vorgänger:
das Gesamtkunstwerk ~Faltsch Wagoni~ kann sie nicht wiedergeben. Dazu muss man die beiden einfach live erleben - Also nichts wie hin in den Münchner ~Schlachthof": Am 22. und 23. Dezember heißt es auch dort ab 20.30 Uhr liebe macht blond."
OLIVER HOCHKEPPEL (Faltsch Wagoni: Liebe macht blond, kip records 6012)
 
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Letzte Änderung: 15.03.2014oben1pfeil_luftoben2