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es-lesung Rheingau-Musik-Festival
Mit mein Duli-Duliöh
Ernst Stankovski hat im Kloster Eberbach alles im Griff
Von Michael Neuner, Frankfurter Rundschau
„Ach geh fort“, winkt der liebe Kollege am Vorabend beim Konzert ab, „was willste denn da? Da hocke doch bloß die aale Schlunzer.“ Eigentlich ist er einem guten Tropfen nicht abhold, aber momentan lebt er abstinent. Und sich einen ganzen Abend lang einer musikliterarischen Weinprobe auszusetzen, ohne dabei... - Nein, dann doch lieber eine Veranstaltung, in der einem der Alkoholgenuss freigestellt und nicht Teil des Abends ist. Das Rheingau-Musik-Festival (RMF) bietet bekanntlich so viel, bei dem einer wie der Kollege nicht zwangsläufig in Versuchung gerät.
Im Laiendormitorium von Kloster Eberbach allerdings wurde jetzt getrunken - zu Wiener Liedern, zu Texten rund ums Weintrinken und gemeinsam mit Ernst Stankvoski.

Irgendwie hat sich seit den Tagen, da der Schauspieler und Kabarettist mit „Erkennen Sie die Melodie?“ das Bildungsniveau der Republik freundlich und sacht ein wenig zu heben versuchte, nicht viel geändert. Noch immer muss sich Stankovski, mittlerweile 76 Jahre alt, als Aufklärer und Vermittler zwischen den Fronten Popular- und Hochkultur betätigen.
Und wie er das tat: Mit einem stimmigen Programm, das unterhaltsam war und in dem ihm ganz en passant ein müheloser Spagat zwischen Martial und Johann Schrammel, Lessing und dem wienerischen Duli-Duliöh gelang.
Meilenweit entfernt war das von dieser Rheinwein-Romantik, bei der der aale Schlunzer vor lauter jungen Mädchen, die an seinem Arm hängen, den Römer kaum zu den Lippen führen kann.
Stankovski lobte, wer will‘s ihm verdenken, natürlich vorrangig den Wiener Wein. Und das mitten im größten Weingut, das die Piefkes zu bieten haben: Dieter Greiner, Chef der Hessischen Staatsweingüter, stellte im Verlauf des Abends sechs allerfeinste Tröpfchen vor, Riesling vor allem. Und Stankovski, begleitet von Willy Freivogel (Flöte), Rainer Schumacher (Klarinette) und Siggi Schwab (Gitarre), kommentierte dazu den sich einstellenden leichten Rausch aus Dichtersicht. Das hatte gelegentlich Polgarschen Zuschnitt, war manchmal sentimental, manchmal böse und hin und wieder von Stankovski selbst. Gekonnt war's.
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  Mit der (zweimal ausverkauften!) Veranstaltung bewegt sich das Rheingau-Festival auf eine Klientel zu, die kein typisches Publikum für dieses Klassik-Sommerfest ist - und schuf Verbindung zur Region. Die Wiener Mischung kam gut an, der aufklärerische Aspekt wurde gelassen hingenommen. Dass der nach wie vor seinen Raum in Veranstaltungen wie dieser haben muss, wurde auch deutlich.
Bis die aale Schlunzer nämlich gemerkt hatten, dass da vorne keiner den Kasper macht und das Musiktrio tatsächlich Kleinkunst ablieferte und dass man bei der Weinprobe warten tut, bis der Weinbauer das Zeichen gibt und dass man allgemein seine Fröhlichkeit im Zaum halten sollte, wenn andere etwas präsentieren - da war schon ein bisschen gutes Zureden nötig.

Hinterher durfte dann ja gesungen werden. Und Stankovski, dieser Wiener Könner, hatte die Sache im Griff. Die Wiener Weinkultur blieb an diesem Abend Sieger. Und das nicht nur, weil wir kein so schönes Wort wie Duli-Duliöh haben.
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Letzte Änderung: 15.03.2014oben1pfeil_luftoben2