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es-wien.
Keine Spur von Literatur...
Seine Matinee im voll besetzten Ibach-Saal erinnerte an den Todestag des Düsseldorfer Kabarettisten Peter Thomas Heydrich.

Mit dem Himmel haben die Kabarettisten von je her ihre Probleme. Als geborene Skeptiker trauen sie den versprochenen paradiesischen Zuständen nicht. Zum Beispiel Fritz Grünbaum im Wien der zwanziger Jahre. Er servierte seinem Publikum, das danach jifferte wie ein Hund nach dem Knochen, jede Woche eine Ballade, so auch eine über den Fritz Grünbaum im Himmel, wo der durch nackerte Fuß', einen Lilienstängel in der Hand und unbequeme Flügel auf dem Rücken in einen paradiesischen Zustand versetzte Kabarettist feststellen musste: »Zum Fliegen sind die Flügel nicht.«Überhaupt gefiel es ihm da oben nicht, lieber zum Teufel in die Hölle. Dahin kam Grünbaum später, sie hieß Konzentrationslager. Dort dichtete er das Buchenwaldlied, das von Peter Beda vertont und von den Insassen unter höllischen Bedingungen gesungen werden musste.
Dieses Stück österreichisch-deutscher Geschichte erzählte, spielte und sang gestern Ernst Stankovski im Ibach-Saal des Stadtmuseums, in den das Museum und die Düsseldorfer Volksbühne zu einer Matinee der Reihe »im Wort« eingeladen hatte.
Ernst Stankovski, dem Düsseldorfer Publikum als Schauspieler bei Karl Heinz Stroux, aber auch durch Soloabende im alten Apollo-Theater verbunden, gehört zu denen, die von Kind an in die deutschsprachige Kabarettszene hineinwuchsen, der das Theater am Reinhardt-Seminar, das Kabarett bei Gerhard Bronner studiert hat. Der richtige Mann also, um mit dieser Veranstaltung auch an den vor einem Jahr gestorbenen beliebten Düsseldorfer Kabarettisten Peter Thomas Heydrich zu erinnern, der Museumsdirektor Dr. Wieland Koenig in Freundschaft und der Volksbühne durch langjährige Zusammenarbeit verbunden war. Auch er übrigens ein Stück Deutscher Geschichte und Kabarett-Geschichte. Sein Onkel war der während des Krieges in der Tchechoslowakei ermordete berüchtigte SS-Führer Reinhard Heydrich, eine Last, die Peter Thomas Heydrich auf sich nahm, eine Schuld, die nicht seine Schuld war, die er aber als unbeugsamer Zeitkritiker abzuarbeiten versucht hat.
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  Die meisten Menschen im Publikum im gedrängt vollen Saal und bei offenen Türen wussten, ja ahnten wohl nichts von diesen schicksalhaften Zusammenhängen, die bis heute in jedem Abschnitt deutscher Kabarettgeschichte zu entdecken sind. Es genoss die Meisterschaft Stankovskis, uns vergangene, scheinbar sorglose Zeiten ohne billige Rückwärtsschau a la »Das waren noch Zeiten« nahezubringen. Ein bisschen wurde man - und das bestimmt im Sinne Peter Thomas Heydrichs - an einen immer heiterer werdenden Beerdigungskaffee mit Streuselkuchen und Likörchen erinnert, als es im Saal summte: »Ausgerechnet Bananen« oder »Das ist die Lu-Lila, von Kopf bis Schuh lila«.So geht's weiter: »Sie hat das Hemd lila, wenn jemand kömmt lila, macht sie die Lampe lila, am lila Bett«.
Mitte der dreißiger Jahre ging die Kabarettlampe für ein Jahrzehnt ganz aus. Und 1956, so erinnert sich Ernst Stankovski an den alten österreichischen Kabarettisten Hermann Leopoldi, der mit Mühe dieses Jahrzehnt überlebte hatte, aber sein Publikum nicht mehr erreichte, habe der resigniert geflüstert: »Es is a schweres Brot.«
Stankovski, der nach der Pause als des Teufels Gegenspieler, als Kasper mit der Pritsche auftrat, hat es da leichter, ohne es sich leicht zu machen. / GERDA KALTWASSER - Rheinische Post

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Letzte Änderung: 15.03.2014oben1pfeil_luftoben2