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sw-harfe Tausend Gesichter einer Frau im besten Alter
Die Münchner Künstlerin Susanne Weinhöppel faszinierte ihr Publikum
Von Elfriede Maresch / Mittelhessische Zeitung
ORTENBERG. Mit einer neuen Tischglocke und einem Augenzwinkern läutete Hans Schwab den Abend im vollbesetzten Fresche Keller ein. Damit setzte er atmosphärische Zeichen: Zuhörer ohne Sinn für Ironie, für Witz und Nuancen waren hier völlig fehl am Platze. "Wechseljahre einer Kaiserin" hatte die Münchener Kabarettistin und Diseuse Susanne Weinhöppel ihr Programm. genannt und "Ich wollte heute einen Abend über mich und Sissy machen, weil wir so vieles gemeinsam haben", waren ihre Einleitungsworte. "Sie konnte reiten, ich fahre Fahrrad, sie hielt sich in Bädern auf und lebte dazwischen in der Hofburg, ich geh zum Heilpraktiker und habe eine Stadtwohnung". Schon mit der Bühnendekoration hatte die Kabarettistin ein ironisches Element zwischen Boudoir und Salon in den Raum gebracht. Eine Harfe stand da, plüschige Samtbahnen fielen über Sessel, ein Totenkopf und eine Kerze waren auf dem Tisch, ihr Poster, das von der Decke hing, sprach sie als ihr Alter Ego Sissy an.
Melancholisch, zart gesungen, eher rezitiert, erklang eingangs Hugo von Hofmannsthals "Die Zeit" in der Vertonung von Richard Strauß gesungen: "Sie rieselt durch meine Schläfen, lautlos wie eine Sanduhr." Aber Susanne Weinhöppel kann auch ganz anders: Ironisch, zickig, zärtlich, traurig, naiv, keifend - sie zeigt die tausend Gesichter einer Frau im so genannten "besten Alter". Hochdeutsch oder bayrisch - hellsichtig kommentiert sie die Fragwürdigkeit menschlicher Beziehungen: „Was doch intelligente junge Frauen für Harmoniewünsche haben - und das noch in der Ehe!" und „Da wollen sie mit einander leben wie die Rehe, aber Sex haben wie in dem Film 'Eine verhängnisvolle Affäre' - meist bekommt man ihn eh nur sechsmal im Quartal auf Krankenschein!" Und dann noch mit einem unnachahmlichen Augenaufschlag: „Ich bin ja a bisserl schwergängig im Bett..."
Musik darf in Susanne Weinhöppels Programm nicht fehlen, die ausgebildete Schauspielerin, die 1999 den Schwabinger Kunstpreis der Stadt München verliehen bekam, hat auch Klassische Harfe studiert und begleitet sich selbst auf diesem Instrument. Wie ihr Spiel, so hat auch ihr Gesang viele Nuancen: Vom lasziv-naiven „Benjamin, ich hab nichts anzuziehn" im Zwanziger-Jahre-Sound über Oskar Maria Grafs naturlyrisches "Fremde Stadt", der Villon-Ballade von den drei Vagabunden bis zu ihren eigenen Texten „Das kleine Glück", „Vanitas", „Ich muss bald sterben" - sie hat ihren großen Vorbildern Georg Kreisler und Franz Josef Degenhardt einen eigenständigen, sehr weiblichen Stil entgegen zusetzen, ihre Texte haben poetische Bilder: „Und wenn mich dann der Teufel holt, dann fahr ich mit ihm Achterbahn, dann singe ich dem Tod ein Lied und stoß mit ihm aufs Leben an!" Eine besondere Beziehung hat Susanne Weinhöppel zu jiddischen Liedern, mit bekannten und unbekannten begeisterte sie das Publikum: „Wu bistu gewen?", der "Grininken Kusine", dem turbulenten "Achzig er und sibezig sie", dem poetischen Märchen von der "Goldenen Pawe". Und dazwischen wieder wunderbar trivialer Alltag: Der Bericht von ihrer "Rückführungstherapie" samt Sinnieren über Seelenwanderung, Plaudereien über Wechseljahresbeschwerden ("Hitzewallungen - na und! Ich hab mein Leben lang gefroren ...") und ein verspielter kleiner Monolog mit dem Totenkopf.
Dem langen begeisterten Beifall konnte sich Susanne Weinhöppel nicht entziehen und gab noch eine Zugabe: Franz Josef Degenhardts "August, der Schäfer, hat Wölfe gehört".
Ein unheimlich gesungenes und leider nicht unaktuelles Lied - einem Moment beklommenen Schweigens folgte wieder langer Applaus. Auch bei ihrer zweiten Vorstellung am Sonntag hinterließ Susanne Weinböppel ein amüsiertes, begeistertes Publikum. Ein Abend, an dem sich der Fresche Keller von seiner besten Seite zeigte - komm wieder, Sissy!
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  Das kleine Glück
Susanne Weinhöppel im Teufelhof
Martin Schütz / Basler Zeitung
Kleine Kunst ganz gross: Die Münchner Kabarettistin, Harfenistin und Sängerin Susanne Weinhöppel begeisterte im Theater des Teufelhofs mit der Uraufführung ihres Soloprogrammes «Wechseljahre einer Kaiserin».
"Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding«, sinniert Susanne Weinhöppel und zupft dazu die Saiten ihrer Harfe, als müsste sie das Ticken einer wuchtigen Lebensuhr erschallen lassen. Die Vergänglichkeit allen Lebens rührt. Wehmut schleicht sich ein ob dieser so gar nicht dumpfen Ahnung. Die Münchner Kabarettislin wird dieses Gefühl im Verlauf des Abends immer wieder wecken, meistens allerdings von einem Augenzwinkern begleitet. Denn in ihr regt sich auch Widerstand - ein Trotz, wie ihn schon die unglückliche Kaiserin Elisabeth vorgelebt hat. Auch deshalb: «Wechseljahre einer Kaiserin.»
Ihr Soloprogramm erntete ganz zu Recht begeisterten Applaus. Gemeinsam mit Regisseur Bruno Hetzendorfer hat Susanne Weinhöppel einen gleichermassen intelligenten wie unterhaltsamen Theaterabend geschaffen. Auf der Bühne hängt das Plakat, mit der die Künstlerin für ihr Programm wirbt. Es entwickelt sich zu einer Projektionsfläche, steht für die imaginäre «Sissi», die abwesend ist und doch als Gesprächspartnerin immer wieder auftaucht. Die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Frauen bleiben zwar vermeintlich entsprechend schnell sind sie ausgeschöpft. Immerhin: «Auch sie hatte Probleme daheim. Bei ihr wars die Wiener Hofburg, bei mir eine kleine Stadtwohnung in München.»
Mit diesen kleinen und grösseren Problemen beschäftigt sich Susanne Weinhöppel freilich eingehend. Sie berichtet, wie sie von ihren Freundinnen immer wieder um Rat gefragt wird - «wohl, weil ich am längsten verheiratet bin». Dabei staunt sie über die Wunschvorstellungen, über die Träume einer erfüllten Zweisamkeit, die an den Hürden des Alltags immer wieder wie Seifenblasen zu platzen drohen. Woher kommt das? Sind die Schicksalsfäden in sich versponnen? «Keine kommt drauf», so Weinhöppels lakonische Antwort, «dass es am Mann liegt.»
Es sind erfrischend quälende Fragen, die Susanne Weinhöppel während ihres Abends «über die Schönheit der Vergänglichkeit» stellt. Sie antwortet mit Chansons, jiddischen Liedern und einer wahrhaft bayerischen Weise, die ner wie die Faust aufs Auge passt und daher stimmt. Witz und Schalk, zarte Poesie und eine - zuweilen selbstironische - Wut wechseln sich ab. In den Geschichten, die sie erzählt, geht es eben zu wie im richtigen Frauenleben. Dass die Jugend vorbei ist, bedauert sie nicht. «Wechseljahre - das gefällt mir« bekennt sie. «Mir ist jeder Wechsei recht.»
Freilich, über allem hängt das Damoklesschwert der Vergänglichkeit. Verändert habe sich im Laufe der Jahre auch, dass der Horizont nicht mehr so unendlich sei. Und das Gefühl, unabkömmlich zu sein, entpuppte sich als Selbstbetrug. So steht am Schluss denn auch die brillant vorgetragene Erkenntnis «Ich muss bald sterben». Doch im Refrain kriegt der Sensenmann noch einen kräftigen Verbalschlag auf seinen Schädel: «Denn heut sing ich dem Tod ein Lied und stosse mit ihm aufs Leben an.»
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Letzte Änderung: 15.03.2014oben1pfeil_luftoben2