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Die
dritte (Kurz -) CD von Faltsch
Wagoni...
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Blaupausen
Best.nr.
kip 6010,
EAN 4025083601049, EP-CD, im Vertrieb von NRW Vertrieb, Wismar
1. Ich bin Klon 2.47 / 2. Blaupause 2.45 / 3. Die moderne
Elektronik 2.44 / 4. Im Internet 3.04 / 5.
Supermarktschlange 3.30 / 6. Hic-A-Bo 2.20 / 7. Die Reise
zum Ei 2.11 / 8. Die Blume von Hawaii 2.35 // Spielzeit
21.56
Lieder
zur modernen Zeit
Das
Leben ist nichts
als eine lange,
traurige Prozession
einigermaßen guter Kopien! / George Baxt
Über
die CD...
Als
Intermezzo bis zur nächsten großen Produktion in
1999 und »Wartezuckerl« für ihre Fans nun
erstmals eine Kurz-CD der Dadamaxe aus München. Acht
Titel, merk - würdig, skurrill, kauzig und
absonderlich. Im selbstironischen Visier der Texte wie immer
der moderne Mensch: - zwischen Natur und Technik ein grober
Schnitzer auf dem Holzweg seiner Vollendung.
Zum 15jährigen Bühnenjubiläum haben sich
Faltsch Wagoni eines Herrn Friedrichs besonnen. Sie kennen
Herrn Friedrichs nicht? Der war vor rund 20 Jahren
Wirtschaftsminister im Kabinett Helmut Schmidt,
verkündete seinerzeit »Deutschland muss Blaupausen
exportieren!«, meinte technische Unterlagen / /
Zeichnungen und wollte sich mit diesem Satz als Speerspitze
des deutschen Fortschritts darstellen...
Tja, Herr Friedrichs, es hat zwar lange gedauert, und sie
sind auch schon lange verschollen, aber: Faltsch Wagoni
haben verstanden und produzieren BLAUPAUSEN.
Vom Eintauchen ins Internet bis zum Klonen, von den Leiden
in einem Supermarkt bis zu den Möglichkeiten neuer
Elekronik widmen sie sich den merkwürdigen
Erscheinungen modernen und modernistisch
überhöhten Lebens.
...und
die Kritik meint dazu:
»Warum
in der Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Heute
hat der literarische Aphorismus, mit dem uns biedere
Eltern schöne Urlaubsreisen, gutes Essen und
aufregende Events vermiesen wollten, eine ganz neue tiefe
Bedeutung bekommen. Das Gute liegt in uns, Gen für
Gen. »Ich bin Klon«, singen Silvana Prosperi
und Thomas Busse im Dreivierteltakt - mit süssem
Sarkasmus. Als Duo »Faltsch Wagoni« tanzen die
zwei klugen Münchner seit 15 Jahren ihren
musikkabarettistischen Tango: scharfzüngig, voll
spottlustiger Grandezza und mit Schwung. Ihre Pointen
glitzern im Schein blitzender Widerhaken, und wenn diese
festsitzen, versprühen sie noch Gift und Galle.
Alltag findet in den doppelbödigen Liedern ebenso
Widerhall wie brisante gesellschaftspolitische Themen und
surreal-dadaistische Bosheiten. Karl Valentin hätte
Riesenspass an den genetischen Blaupausen, wie alle, die
der aktuellen Comedywelle den Genuss eines lauwarmen
»Ramsch'« abgewinnen können.« //
Michael Scheiner, Lichtung, Kulturzeitschrift,
01/1999
Die
Blaupausen-Exporteure / Schluckauf-Lieder
und Schlager-Parodien
»Sie
sind die Dadaisten und Sprachphilosophen der
Kleinkunstbühne: Silvana Prosperi und Thomas Busse,
den Kabarettfreunden besser als »Faltsch
Wagoni« bekannt. Ihre Spezialität sind
kunstvolle Wortdrechseleien, die vertrackt wie
Wittgenstein sein können, aber auch den einfachen
Kalauer nicht scheuen. Gleichzeitig können die
beiden aber auch ihre Anfänge in einer New-Wave-Band
nicht verleugnen. Und so klingt das Ganze »wie eine
Mischung aus Mireille Mathieu und Tom Waits«, wie
ein Zeit-Kritiker einmal - lobend - anmerkte.
Die Bühnenshows und Musikprogramme - acht seit 1986
- sind sicherlich nichts für jeden Geschmack, vor
allem nicht für den einfachen, aber dank ihrer
überbordenden Phantasie bleiben sie im
deutschsprachigen Raum bisher ohne Parallele.
Für die zunehmende Zahl von Schrägdenkern, die
daran Gefallen gefunden haben, gibt es nun Neues aus dem
Hause Faltsch Wagoni: »Blaupausen« nennt sich
eine 22minütige Scheibe mit acht Titeln, die
sozusagen als kleines »Wartezuckerl« gedacht
ist, bis im Laufe des kommenden Jahres ein neues Programm
samt »richtiger« CD zur Reife gelangt.
Der Wirtschaftsminister Friedrichs im Kabinett Schmidt
forderte vor etwa 20 Jahren: »Deutschland muss
Blaupausen exportieren!«. Daran haben sich Prosperi
und Busse - das deutsche Gen-Valley liegt direkt in ihrer
Nachbarschaft - erinnert und gehalten. So kreisen die
acht Titel skurril und kauzig wie immer um den modernen
Menschen und seinen technischen Fortschritt: Da bekennt
eine Dame »Ich bin Klon«, und preist ihre
unschlagbaren Vorzüge im Hotelfach; da macht
»die moderne Elektronik aus Jauche Honig«; da
findet die rückständige, aber
Etepetete-»Maman« den Buben »mit
Grausen« im Internet; oder es wird einfach nur die
ewige Schlange an der Supermarktkasse besungen. Kein Lied
macht es dem Hörer leicht, man muss sich schon damit
anfreunden, sich darauf einlassen.
Schon allein wegen der vielen Zutaten: »Uns ist
jedes Mittel recht, solange es dem eigenen Stil
dient«, lautet die Devise von Faltsch Wagoni. Und so
findet sich Lyrisches wie das wohl von Goethes
»Erlkönig« beeinflusste »Im
Internet« neben Schluckaufliedern, Slide-Guitar
neben Techno-Samplern und sparsamste Sprechstücke
(»Die Reise zum Ei«) neben aufwendiger
Schlager-Parodie (»Blume von Hawaii«). In jedem
Fall ein Muss für Freunde ausgefallener
Gesamtkunstwerke. Und auch die Phonophilen kommen dank
des sorgfältigen Booklets und Layouts, das man vom
rührigen kip-Label (bei dem auch Altmeister Georg
Kreisler erscheint) gewohnt ist, auf ihre Kosten.« /
Oliver Hochkeppel, Süddeutsche Zeitung,
12.01.99
»Kühn gedacht, lässt sich
die Musik von Faltsch Wagoni mit einem Knallfrosch
vergleichen. Nicht, weil nun wieder ein Jahreswechsel
bevorsteht, sondern weil die beiden Dadamaxe Silvana
Prosperi und Thomas Busse auf ihrer neuen CD
»Blaupausen« einen quirligen, in alle
Stilrichtungen zuckenden Klangmix präsentieren, der
ebenso verwirrt wie berauscht. Da kommen so seltsame
Geräuschwerkzeuge wie CouCous-Topf, Digitalhorn und
singende Baumsäge zum Einsatz, weshalb die Songs
größtenteils wie eine schräg
verschlüsselte Abfolge aus Gerassel, Geschepper und
Gequieke klingen. Eine wundersame, exotische
Instrumentierung (ergänzt durch Gitarre, Bass und
Saxophon), die mal an indische Folklore, dann wieder an
Diskorhythmen oder Garagensound erinnern.
Vor allem handelt es sich aber bei dem Kabarettisten-Duo
um verschrobene Sprachkünstler. Mit
gekräuselter Zunge reimen sie sich durch die
»sturmgepeitschte Datenflut« im Internet,
sinnieren im Parlando über den »Spleen als
Genese« oder erzählen über die »Reise
zum Ei«, gepackt vom »Weggehweh«. Acht
Titel zwischen Wort-Beat und Musik-Satire. Flott,
süffisant, intelligent.« //
Abendzeitung
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