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Die
aktuelle CD von »The Sweets of
Sin«...
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The
Sweets of Sin »Me-Ism«
Weltsicht-Musik
aus Adelaide und Berlin
kip 8009, CD, EAN 4025083800923 im Vertrieb von NRW Vertrieb, Wismar
1. Strange Fruit 2:57; 2. The Kissing
Fields 4:45; 3. Believing everyday
4:40; 4. Black Bile 4:48; 5. The
Doctors 5:16; 6. Songs of Joy 5:08;
7. Sin 5:25; 8. Streetfight Serenade
5:00; 9. Expensive Skin 5:24;
10. Reprisal 4:51; (Pause
10 min)
Bonustitel: 11. My Funny Valentine 2:08;
12. Experiment with Me 4:50; 13. The
Kissing Fields (Electric Mix) 5:39. //
Spielzeit 60:19
In dem Begleitheft der CD sind die Texte und weitere
Hinweise enthalten.
Süße Sünden und musikalische
Schnappschüsse ohne Schubladen...
Die Berliner Band mit den australischen Wurzeln in Adelaide
stellt nach langer Abwesenheit eine neue CD vor:
»Me-Ism«. Wie der Erstling - schlicht
»The Sweets of Sin« genannt - erneut bei kip
records erschienen.
Der Titel des Albums, »Me-Ism« (ein Begriff aus
Douglas Couplands Generation X), unterstreicht den
eklektischen Charakter der Songs oder Stücke, die fast
alle vom Gründungsmitglied der Band Frank Mankyboddle
geschrieben und produziert wurden. Es ist der etwas einsame
und melancholische Blick aus einer Raumkapsel eines
»Major Tom« auf einen frühzeitig
ergrauten Planeten. Dieser Blick ist keiner
ZeitGeistLosigkeit verpflichtet, ist politisch,
persönlich, erotisch und philosophisch, mit einer
kleinen Prise Wut... »Me-Ism« als Spielfeld
für bildhafte Assoziationen, Sehnsüchte als
Idylle, wo sich Engel und Teufel treffen.
Schon immer dem Ungewöhnlichen zugetan, zeigt die Band
auch mit dieser Produktion den Mut und nimmt sich die
Freiheit, Pop-Musik sehr persönlich jenseits des
Easy-Listening und aller Kategorisierungen und Klischees zu
gestalten.
Experiment with Me (Titel 12) ist so gesehen fast ein
programmatischer Titel: die Freiheit des Experiments als
süßeste aller musikalischen Sünden, aber
eben deswegen auch ein Sündenfall im rationalisierten
Musikmarkt mit seinen standardisierten Produkten. Gerade
durch ihre experimentelle Freude sind The Sweets of Sin
fesselnd wie ein neu zu entdeckender Kontinent mit
Bergmassiven, Wüsten, (Ur-)Wäldern aber auch
Städten und Super-Märkten, die ja auch mal
spannend sein können. Natur und Kultur müssen sich
ebenso wenig ausschließen wie die akustische Variante
von The Kissing Fields (Titel 2) und das elektrisch
verstärkte Gegenstück (Titel 13), welches
fast schon gängigen Vorstellungen von
Hit-Potential entspricht. Im Gegensatz dazu die lasziv
rhythmisierte Streetfight Serenade (Titel 8), die
fast schon misanthropisch wirkt, ohne es aber zu sein.
The Sweets of Sin sind eben ein kleiner musikalischer
Kontinent mit allen Gegensätzen, aber bei aller
Verwirrung, die ihre Songs vielleicht hervorrufen
mögen:
die Band bietet keine Experimentalklänge für
Musiktheoretiker, sondern anspruchsvolle Popmusik nach ihren
eigenen Kriterien und für Menschen, die das Hören
nicht verlernt haben...
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