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Stand: 22.02.2004
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covThe Sweets of Sin »Me-Ism«
Weltsicht-Musik aus Adelaide und Berlin
kip 8009, CD, EAN 4025083800923
im Vertrieb von NRW Vertrieb, Wismar


1. Strange Fruit 2:57; 2. The Kissing Fields 4:45; 3. Believing everyday 4:40; 4. Black Bile 4:48; 5. The Doctors 5:16; 6. Songs of Joy 5:08; 7. Sin 5:25; 8. Streetfight Serenade 5:00; 9. Expensive Skin 5:24; 10. Reprisal 4:51;
(Pause 10 min)
Bonustitel: 11. My Funny Valentine 2:08; 12. Experiment with Me 4:50; 13. The Kissing Fields (Electric Mix) 5:39. // Spielzeit 60:19
In dem Begleitheft der CD sind die Texte und weitere Hinweise enthalten.


Süße Sünden und musikalische Schnappschüsse ohne Schubladen...
Die Berliner Band mit den australischen Wurzeln in Adelaide stellt nach langer Abwesenheit eine neue CD vor: »Me-Ism«. Wie der Erstling - schlicht »The Sweets of Sin« genannt - erneut bei kip records erschienen.
Der Titel des Albums, »Me-Ism« (ein Begriff aus Douglas Couplands Generation X), unterstreicht den eklektischen Charakter der Songs oder Stücke, die fast alle vom Gründungsmitglied der Band Frank Mankyboddle geschrieben und produziert wurden. Es ist der etwas einsame und melancholische Blick aus einer Raumkapsel eines »Major Tom« auf einen frühzeitig ergrauten Planeten. Dieser Blick ist keiner ZeitGeistLosigkeit verpflichtet, ist politisch, persönlich, erotisch und philosophisch, mit einer kleinen Prise Wut... »Me-Ism« als Spielfeld für bildhafte Assoziationen, Sehnsüchte als Idylle, wo sich Engel und Teufel treffen.
Schon immer dem Ungewöhnlichen zugetan, zeigt die Band auch mit dieser Produktion den Mut und nimmt sich die Freiheit, Pop-Musik sehr persönlich jenseits des Easy-Listening und aller Kategorisierungen und Klischees zu gestalten.
Experiment with Me (Titel 12) ist so gesehen fast ein programmatischer Titel: die Freiheit des Experiments als süßeste aller musikalischen Sünden, aber eben deswegen auch ein Sündenfall im rationalisierten Musikmarkt mit seinen standardisierten Produkten. Gerade durch ihre experimentelle Freude sind The Sweets of Sin fesselnd wie ein neu zu entdeckender Kontinent mit Bergmassiven, Wüsten, (Ur-)Wäldern aber auch Städten und Super-Märkten, die ja auch mal spannend sein können. Natur und Kultur müssen sich ebenso wenig ausschließen wie die akustische Variante von The Kissing Fields (Titel 2) und das elektrisch verstärkte Gegenstück (Titel 13), welches fast schon gängigen Vorstellungen von „Hit-Potential entspricht. Im Gegensatz dazu die lasziv rhythmisierte Streetfight Serenade (Titel 8), die fast schon misanthropisch wirkt, ohne es aber zu sein.
The Sweets of Sin sind eben ein kleiner musikalischer Kontinent mit allen Gegensätzen, aber bei aller Verwirrung, die ihre Songs vielleicht hervorrufen mögen:
die Band bietet keine Experimentalklänge für Musiktheoretiker, sondern anspruchsvolle Popmusik nach ihren eigenen Kriterien und für Menschen, die das Hören nicht verlernt haben...


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